© NASA / ESA
An den Wänden des Wohnraumes waren Bilder mit Landschaftsszenen zu sehen, die aus unterschiedlichen Zeitepochen der Erde stammten. Tony ließ sich auf eine der zwei Couchen nieder, die um einen runden, metallenen Tisch standen, dessen Glasplatte zugleich dass Bedienfeld einer Positronik war. Farbige Skizzen, unzählige Daten und Diagramme gaben sich ein ständiges Stelldichein auf der Oberfläche. Nathan kannte dies alles nicht und daher beäugte er immer noch misstrauisch die Umgebung. Dann fing Ranton an zu erzählen:,, Ich bin Leiter der Abteilung zur Erforschung von Fremdkulturen und beschäftige mich derzeit mit dem Projekt ,, Tempus ´´.´´ ,, Ich war gerade dabei den Raumkonverter, ein Gerät mit dem man Raumzeitblasen erschaffen kann, zu justieren, als du aus dem Quantenfluktuationsfeld getreten bist, welches dafür sorgt, das Subatomare geladene Teilchen im Feld zerstreut werden, was offenbar nicht der Fall war.´´ ,, Ich gehe davon aus, das bei der Feineinstellung eine andere Raumzeitebene in einer Blase eingefangen wurde und damit in unseren Raum für kurze Zeit hinüberwechselte.´´
,, Der Kontakt war zu kurz, als das man hätte eine dauerhafte Eingliederung in unsere Ebene etablieren können.´´ ,, Ich weiß nicht, ob ich dich wieder zurück bringen kann, da ich die Einstellungen nicht speichern konnte, wegen einem erneutem Angriff dieser Allformer.´´ ,, Ich ... kann immer zurück.´´ Tony wurde sichtlich nervös und sagte dann: ,, Wie .´´ ,, Ich zeige es dir, wenn du mich begleiten möchtest.´´ ,, Ich begleite dich.´´ antwortete Ranton kurz entschlossen. Die Maus schloss die Augen und kurze Zeit später fing die gesamte Innenbeleuchtung an zu flackern. Tony sah einige merkwürdig aussehende Schatten, die über die Wände huschten und dabei verzerrte Laute von sich gaben, die klangen wie ein leises Wimmern. Dann sah er nur noch Dunkelheit. ,, Tony Ranton, folge meiner Stimme.´´ erläuterte eine Stimme im Dunkeln. Tony gehorchte und ging in die Richtung aus der diese Stimme offenbar kam.
Die Stimme klang nicht mehr so piepsend, sondern eher wie die eines alten Mannes. Plötzlich erschien vor ihm in ein goldenes Licht getaucht ein gläsernes Gefäß, das in der Luft schwebte und in der Mitte stark eingedrückt war. Von oben nach unten fielen winzige flimmernde Teilchen, die wie goldener Sand aussahen. Tony erkannte das es sich bei dem Gefäß um eine Sanduhr handelte. Er ging weiter darauf zu, bis er weitere Einzelheiten erkennen konnte. In der unteren Hälfte des Stundenglases befand sich ein Planet, der vom Sand immer wieder gestreift wurde, der von oben hinab fiel. Man konnte einen Kontinent erkennen, der stark bewaldet war und von Wasser umschlossen wurde. Er stand wie erstarrt da und wusste nicht, ob er das alles glauben sollte. Als er seinen Blick abwandte sah er hinter sich ein noch viel unglaubwürdiges Bild. Er sah sich selbst und dahinter viele Abbilder, die auch er selbst waren, nur mit jeweils geringen Abweichungen.
Weiter hinten sah er sich schon am laufen, weiter vorne noch am stehen oder in der Mitte fast am gehen. Vorne jünger hinten älter. Er konnte das Ende nicht sehen, auch nicht, als er ein Stückchen in dessen vermutete Richtung ging. Er wagte es nicht zu sprechen. Er hörte nur noch seine Schritte sich in der Unendlichkeit verlieren. Als er die Augen schloss, war es vorbei, er stand an einem weißen Sandstrand und vernahm das Meer hinter sich. Flugs fühlte er wie jemand sein Bein berührte. ,, Wir sind da.´´ erläuterte die Maus. ,, Komm mit mir.´´ Tony Ranton wischte sich über die Augen und sie gingen einen kleinen Pfad entlang, der langsam anstieg und sie an den Klippen vorbei führte. Etwa 20 Minuten später waren sie nun höher gelegen, an dem Beginn eines Waldes angekommen, der so dicht war, das man nicht vermochte ins Innere zu schauen. Ihr Weg führte vorbei an umgestürzten Baumriesen, dornigen Büschen und dichten Gewächsen, die fast denen auf der Erde ähnelten.
Schließlich kamen sie an einem Baum vorbei, dessen Rinde seltsame Zeichen trug. Sie war an allen Seiten übersäht mit diesen Schriftzeichen. Sie hielten an und Nathan umarmte den Baum, auch wenn es ihm niemals gelingen mochte ihn gänzlich zu umfassen, da sein Stamm mindestens fünf Meter dich war. Jetzt konnte Tony einen Laut in seinem Kopf wahrnehmen, der wie eine Art Einladung klang. ,, Es ist einer der Schutzwächter und er lässt uns weiter ziehen.´´ flüsterte die Maus und ließ den Baum los. ,, Haben sie einen der ihnen befielt, was sie machen müssen ?´´ ,, Nein, sie dienen der Allgemeinheit und haben aus freien Stücken dieses Dasein gewählt.´´ ,, Können sie mit uns sprechen.´´ ,, Sie sprechen nur in unseren Gedanken mit uns und teilen uns Bilder in unseren Träumen mit.´´ ,, Eine Sprache ist bei uns eigentlich nicht von Nöten, da wir uns auch so verständigen können.´´ ,, Wie kommt es, das du meine Sprache sprechen kannst ?´´
,, Ich kann sie seit ich geboren worden bin.´´ ,, Warum, weiß ich nicht.´´ Sie gingen weiter und kamen nach kurzer Zeit in eine Höhle, in der Mann das leise tropfen von Wasser hören konnte. Nach dem sie tiefer in die Höhle vorgedrungen waren hörte Ranton plötzlich Schritte hinter sich, die stampfend in seine Richtung kamen. ,, Ich kann nichst sehen.´´ ,, Sind wir noch auf dem richtigen Weg ?`` ,, Wir müssen nur noch gerade aus, nur weiter gehen.´´ ,, Was sind das für Schritte ?`` ,, Es sind die Zeitseelen, sie beobachten uns nur.´´ ,, Wann wird es Tag ?´´ ,, Es wird noch etwas dauern.´´ ,, Wie nennt ihr euer Volk.´´ ,, Wir nennen uns die Zeitwächter.´´ ,, Zeitwächter ?´´ fragte Tony ungläubig. ,, Wieso kennst du dann meine Welt nicht und wusstest nicht, das das Wort ,, Erde´´ auch das Wort für meinen Planeten ist ? ``
,, Wir sehen die Zeit nicht als Bilder oder können Stimmen aus ihr hören.´´ ,, Wir sehen sie als ein von Linien durchzogenes Wellenartiges, farbiges Muster, welches wir jede Nacht versuchen zu reparieren.´´ ,, Wir tauschen graue oder schwarze Stellen gegen die passend farblichen Teile aus.´´ ,, Ihr puzzelt an der Zeit herum, was wenn ihr falsche Stellen einsetzt oder gar entfernt ?´´ ,, Die Stellen, die wir ersetzen behalten nicht immer die von uns ausgetauschte Farbe.´´ ,, Die Stellen verändern sich ständig, ohne das wir Einfluss darauf nehmen.´´ ,, Das Muster wählt selbst, wie es am Ende aussieht.´´ dozierte Nathan sachlich. ,, Wo her nehmt ihr die Ersatzteile ? ´´ ,, Wir setzen uns um die Sanduhr und berühren sie.´´ ,, Wir sind dabei etwa zwölf und schließen die Augen, damit wir das Muster sehen können.´´ ,, Dann stellen wir uns passende Teile vor, so dass jeder eines hat und fangen an zu reparieren.´´ ,, Treten diese Beschädigungen häufig auf ?`` hakte Tony nach.
,, Ja, manchmal schaffen wir es auch nicht an einem Abend alles zu flicken, dann machen wir in der nächsten Nacht weiter.´´ erklärte die Maus. ,, Warum macht ihr es nur in der Nacht ?´´ ,, Braucht ihr keinen Schlaf ?´´ ,, Wir zwölf reparieren und die anderen schlafen.´´ ,, Es sind jede Nacht andere und wir fühlen uns danach als hätten wir lange geschlafen.´´ erzählte Nathan. ,, Heißt das ihr schlaft beim reparieren ?´´ ,, So könnte man es ausdrücken.´´ Tony war fassungslos. ,, Wir sind da.´´ sagte Nathan erfreut. ,, Erklärtest du nicht, das alle die hier hergingen nie wieder kehrten ?´´ fragte Ranton schockiert. ,, Ja, aber ich will die Wahrheit erfahren, genau wie du auch.´´ Sie standen am Ufer eines Sees indessen Mitte sich eine kleine Insel befand, auf dem ein goldener, starker Baum wurzelte. ,, Wie kommen wir darüber, dass sind mindestens 30 Meter ?``
,, Ich war noch nicht hier und kann es dir nicht sagen.´´ Wie aus dem Nichts entstand über der Wasseroberfläche Nebel, in dem sie verzerrte Schatten wahrnahmen, die sich Sprungweise durch diese Diffuse Wand bewegten. ,, Wieder diese Zeitseelen ...´´ ,, Ja sie kommen und gehen wie sie wollen.´´ ,, Sie nur !´´ der Mäuserich deutete auf eine schmale Brücke, die sich wie aus dem Nichts vor ihnen gebildet hatte und zu Insel hinüberführte. Mit großem Misstrauen gingen sie nun gemächlich über die Brücke, bis sie auf dem Eiland angekommen waren. Nun standen sie beide vor dem kräftigen Baum, dessen Licht sie langsam begann einzuhüllen. ,, Was passiert jetzt ?´´ fragte Tony Ranton leise.
,, Wir werden sehen.´´ antwortet Nathan kaum lauter. Nathan ging jetzt langsam näher zu dem Baum hin, bis er seine Pfote auf das warme Holz legen konnte. Daraufhin fanden Nathan und Tony sich im Weltraum wieder konnten aber atmen und sprechen, wie sie es gewohnt waren. ,, Ich verstehe gar nichts mehr.´´ flüsterte Tony, der skeptisch die Umgebung beobachtete. Sie konnten Milliarden Sterne, Galaxien und Gesteinsbrocken um sich herum sehen und trieben dabei scheinbar schwerelos dahin. Sie trieben in eine Richtung, die sie nicht kannten. Tony Ranton kannte diese Sternengruppe nicht, auf die sie nun zutrieben. Nach einiger Zeit sahen sie ein blaues Licht, das an Intensität zunahm und sie bald darauf blendete, so dass sie beide die Augen schließen mussten.
Sie hörten jetzt einen leisen Summton, der von Geigenartigen Tönen abgelöst wurde. Sie fühlten wie es kalt um sie herum wurde und sie konnten ihre Herzen pochen hören. Dann fielen sie hinein in eine Leere zwischen den Sternen und sahen einen altertümlich wirkenden Tempel vor sich, als sie die Augen wieder geöffnet hatten. Sie traten ein und standen in einem Raum, der in der Mitte ein steinernen Altar ohne Symbole beherbergte. Auch an den steinernen Wänden waren keine Symbole angebracht. In diesem Moment waberten Wellenartige Strukturen über die Wände, die man auch hätte für Reflektionen von Wasser halten können, mit dem Unterschied das es hier keines gab, der Raum wurde von wenigen Fackeln erhellt. Der ganze Tempel befand sich augenscheinlich mitten in den weiten des Raumes, in der Leere zwischen den Sternen.
Es war ein Rundbau, mit wenigen Fenstern an der Oberseite. Auf dem Altar erschien jetzt stehend ein Schatten, der dastand und rief:,, Tony, endlich bist du gekommen.´´ ,, Ich muss dir etwas wichtiges mitteilen !´´ ,, ... Großvater ?´´ ,, Ich bin es Tony, wenn auch nicht mehr in körperlicher Form.´´ ,, Ich kenne die Position des Heimatplaneten der Raumformer.´´ ,, Gebe diese Koordinaten Perry Rhodan und hilf ihm.´´ ,, Wie ... Wie geht es dir, kommst du wieder zurück ?´´ fragte Tony zitternd. ,, Das kann ich nicht, da mein neuer Platz hier ist.´´ ,, Du kannst jedoch immer mit mir sprechen.´´ ,, Nathan wird dir zeigen wie !´´ ,, Wo bist du ?´´ ,, Ich wurde von einem Mann namens Ernst Ellert gerettet, dem Botschafter von ES.´´ ,, Ich bin nun ein Teil von ES.´´ ,, Ich ... verstehe.´´
,, Sei nicht traurig Tony, ich werde immer da sein, auch wenn du mich nicht sehen kannst.´´ ,, Denn der Tod ist und bleibt ein Übergang.´´ ,, Nichts geht für immer verloren, es wandelt sich nur.´´ erklärte Nathan Hunt. Nach diesem Satz verschwand der Schatten und Ranton brach zusammen. Nach einer kleinen Ewigkeit fand er sich in seinem Wohnzimmer wieder, indem sie die Reise begonnen hatten. ,, Tony, bist du O.K ?´´ fragte in die Maus, die auf dem Tisch saß. ,, Das wird sich zeigen.´´ entgegnete ihm Tony schwach und erhob sich langsam.
Dann tippte er etwas auf der Tischplatte. ,, Achse 4.8 Planquadrat 24, 5760 Lichtjahre von der Erde entfernt.´´ murmelte Ranton und sendete die Koordinaten. ,, Nathan, weißt du ob die Sanduhr noch andere Dinge kann ?´´ ermittelte Tony jetzt motiviert. ,, Sie kann die Zeit verlangsamen anhalten und Rückwarts laufen lassen.´´ erläuterte Nathan. ,, Dann werden wir diesen ,, Heimatplaneten in der Zeit einsperren !´´ beschloss Tony Ranton schnell und machte sich mit Nathan auf den Weg diesen Gedanken Realität werden zu lassen.
Zur selben Zeit erhielt Perry Rhodan diese wichtige Mitteilung, die die Hyperfunkanlage der Wega II aufgefangen hatte und startete umgehend mit donnernden Triebwerken von der Oberfläche des Planeten Cäsar, auf dem er vor ein paar Tagen Connor kennen gelernt hatte. Auch hatte er in Erfahrung bringen können, weshalb die Raumformer Connors Lungen entnommen hatten. Sie hatten sie entnommen um das menschliche Atemsystem genau zu studieren, da sie selbst keinen Sauerstoff vertrugen. Zudem konnten die Ortersysteme der ,,PROTECTO `` ausmachen, das die erloschenen Sonnen durch Strahleneinwirkung zu roten Riesen entwickelten, bevor sie gänzlich erloschen und nur noch leblose Gesteinsbrocken waren, die im All trieben. Die Raumformer verstanden es die Energie der Sonnen zu absorbieren und diese in die Verstärkerstationen, mit denen sie ihre Psykräfte verstärken konnten, zu leiten.
Raummessungen hatten ergeben, das diese Stationen fünfdimensionale Wechselfelder erzeugten, die die Energie beliebig transportieren konnten und auch für die Diskusschiffe genutzt werden konnte. Fast die gesamte Flotte war nun dabei, die einzelnen Stationen zu zerstören. Rhodan erhielt auch wenig später eine Nachricht der USO, dem Geheimdienst der Liga, das von der Erde ein Schiff entsandt worden war, welches den Namen ,, OMICRON ´´ trug. Die ,, OMICRON`` war ein schwerer, wendiger Zerstörer, dessen Form von allen gebauten Terranischen Schiffen abwich. Es hatte eine Halbrunde Bugform und einen Langgestreckten Schiffskörper an dessen Heck sich zwei große senkrechte Finnen befanden. An den Heckseiten waren jeweils zwei kleine Tragflächen angebracht worden.
Fast in der Mitte des Schiffes befanden sich nach unten gewölbte, riesige Tragflächenartige Ausleger, in denen die riesigen Antriebsaggregate, sowie zwei Start und Landerampen auf der Unterseite montiert waren. Auf der Oberseite der Ausleger befanden sich mehrere Reihen schwerer Impulsgeschütze und Raumtorpedorampen. Auf der Schiffsoberfläche, etwa zwischen den Auslegern, waren mehrere Türme schwerer Transformkanonen und die Schildsysteme untergebracht. Auch am Bug hatte man die Panzerung verstärkt und vier Impulsgeschütze einbauen lassen. Es war mit der modernsten Elektronik bestückt worden und konnte bis zu 2000 Mann Besatzung aufnehmen. Die Ausrüstung dieses Schiffes wurde auch für Operationen modifiziert, die in den tiefen des Weltraumes stattfinden sollten. Momentan war sie auf dem Weg zu Venus, wo sie sich bei anderen Kampfverbänden eingliedern sollte, die sich den Raumformern stellten, die das Solsystem in wenigen Tagen erreichen würden.
Als Kommandant der ,, OMICRON ´´ fungierte Malcom Archer, der sich noch nicht wirklich darüber freuen konnte, ein eigenes Schiff kommandieren zu können, da die Sache mit den Raumformern ihm schwer im Magen lag. Er hatte einige Stunden zuvor mehrere USO Agenten und einen Wissenschaftler namens Tony Ranton an Bord genommen, der auf direkten Befehl Rhodans in den Labors arbeitete. Angeblich sollte es sich um eine neue ,, Waffe ´´ handeln, mit denen man den Raumformern beikommen konnte. Man hatte die Sicherheitstrupps im ganzen Schiff verstärkt und sie mit umgestalteten Gaspistolen ausgerüstet, die Patronen abschossen, die reinen Sauerstoff bei der Detonation abgaben und damit die Raumformer erstickten. Diese Waffen waren bereits von einigen USO Agenten erfolgreich eingesetzt worden, denen es gelungen war einen dieser Raumformerstützpunkte zu sprengen.
Gerüchten zufolge gab es unter den USO Agenten auch Personen, die nicht menschlich waren. Malcolm wusste, dass es sich bei diesen Personen keinesfalls um Hirngespinste handelte, hatte er doch den Arkoniden und die Kartanin, ein katzenartiges Lebewesen, doch persönlich kennen gelernt und sich mit ihnen unterhalten. Sie waren von der USO eingesetzt worden, um Informationen über die Raumformer zu sammeln. Auch ihnen war es zu verdanken gewesen, dass der genaue Sinn und Zweck dieser Invasion zu Tage gekommen war. Die Raumformer brauchten eine neue Heimat, da sie ihre selbst vernichtet hatten, weil sie sämtliche Ressourcen maßlos ausgebeutet hatten. Was wäre ihnen da gelegener gekommen, als ein kleines aufstrebendes Sternenreich, welches über viele Kolonialwelten besaß und agiler war und auch einfacher zu bekommen als das Arkonidische Imperium, das sich immer noch nicht zu alter Größe entwickelt hatte.
Die schweren Raumgeschütze der ,, OMICRON´´ feuerten inzwischen seit mehreren Stunden pausenlos auf immer mehr werdende Truppenverbände der Raumformer. Hatten sie ein paar Schiffe zerstört, fielen mehrere aus dem Hyperraum und eröffneten das Feuer. Selbst die schweren Flottentender der Planetaren Abwehr konnten einer solchen Übermacht nicht lange Standhalten. Zumindest hatten die Geheimoperationen der USO ihnen den Vorteil gebracht, dass sie die feindlichen Schirme nun durchdringen konnten, was vorher unmöglich gewesen war, da sie ständig mit Hochenergie von den Verstärkerstationen aufgeladen worden waren. Doch jetzt schmolz seit mehreren Stunden schwerer Feuergefechte dieser Vorteil dahin. Immer wieder mussten sich die terranischen Schiffe neu formieren, um offene Verteidigungslücken zu schließen. Die Angreifer hingegen bildeten Angriffsketten und konnten so zangenartig einzelne terranische Schiffe die sich neu formieren mussten einkreisen und vernichten. In ein paar Stunden würde die terranische Abwehr aufgerieben sein, so war sich Archer sicher. Aber die Raumformer wussten nicht, dass Perry Rhodan sich noch lange nicht geschlagen gab.
,, Kommandant Archer bitte in den Konferenzraum.´´ ,, Ich komme !´´ antwortete er und gab sein Kommando an den ersten Offizier ab. Er ging nun in den kleinen Raum, der sich an die Brücke anschloss und setzte sich auf einen der freien Stühle, die um den großen runden Tisch aus glänzendem schwarzem Holz standen. In dem Raum befand sich Tony Ranton, der den Kommandanten darüber in Kenntnis setzte, das er herausgefunden hatte, wie sie die Raumformer stoppen konnten. Malcom Archer goss sich ein Glas Wasser ein und trank. ,, Ich bitte sie ein Einsatztrupp zusammenzustellen, der die Umgebung sichert, in der wir uns befinden werden. ´´ ,, Wie viele Leute brauchen sie ?´´ ,, 8 Mann dürften genug sein.´´ entgegnete Tony. ,, Ich werde entsprechend handeln.´´ antwortete Kommandant Malcom Archer. ,, Perry Rhodan wird den Orbit zusammen mit der Omicron sichern !´´ Archer sah ihn jetzt ungläubig an und hob eine Augenbraue in die Höhe.
,, Wie soll die ,, OMICRON`` zu dieser Position vorstoßen ?`` ,, Wir brauchen mehrere Tage dorthin und die Feindliche Flotte versperrt uns den Weg.´´ erläuterte Archer hinterfragend. ,, Ich habe einen Zugang über das Transmittersystem gefunden.´´ ,, Die ,, OMICRON´´ wird dabei in einer Raumzeitblase aus dem normalen Universum herausgenommen und per Temporalstrahlverfahren ohne Sekunden zu verlieren am Zielort entmaterialisieren.´´ ,, Wie ... haben sie das geschafft ?´´ stammelte Archer. ,, Mit Hilfe eines Artefaktes und meines Freundes Nathan !´´ beantwortete Tony Ranton. ,, Ich werde in einer halben Stunde alles veranlasst haben.´´ deutete Archer und verließ verwirrt den Raum.
Alles war wie geplant verlaufen und trotz der vielen Zweifel Malcom Archers verließ die ,, OMICRON`` planmäßig den Hyperraum. Archer sah nun etwas unfassbares auf den Bordchronometern. Er entnahm den Angaben, das sie eine Art Zeitsprung durchgeführt hatten der es ihnen ermöglichte zur gleichen Zeit an zwei verschiedenen Orten zu sein. Einmal im Solsystem zur Abwehr und einmal im Orbit eines ihm fremden Planeten, der die Heimatwelt der Raumformer war. Sie würden daher für fünf Stunden die Möglichkeit haben an beiden Orten zu kämpfen. Etwa eine Stunde später befanden sich acht gut ausgerüstete Soldaten und ein Wissenschafter auf der Oberfläche einer durch gnadenlose Ausbeutung gemarterten Welt. Krater und Risse bedeckten die schwarze steinige Kruste, die sich über den Planeten zog. Anhand ihrer Messinstrumente konnten sie feststellen, das die Raumformer sich unter der Erde angesiedelt hatten.
Aber sie konnten auch sehen, das sie nicht mehr lange sicher sein würden, da sich eine Formation Jäger aus Osten näherte, die sie hier in der Deckungslosen Einöde schnell finden würden. Deshalb fassten sie den Entschluss sich in eine Höhle zurückzuziehen, die ihnen weit mehr Deckung bot. So waren sie nach einem fünfzehnminütigem Marsch am Eingang einer solchen angekommen und wagten sich in die Dunkelheit. Ihre Handstrahler erleuchteten die kargen Wände, die Bearbeitungsspuren aufwiesen. Man hatte offenbar mit schweren Strahlern sich in die Erde gebohrt. Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, war die Gegebenheit, dass die Raumformer dies auch ohne Geräte bewerkstelligen konnten. Sie liefen beiläufig an eingestürzten Gängen vorbei, seilten sich an Abgründen die tiefer führten ab. Nun saßen da und machten sich daran, die Notrationen zu vertilgen. Sie redeten nicht viel, da sie keine Aufmerksamkeit erregen wollten und da sie sowieso alle viel zu erschöpft waren, um sich noch auf längere Debatten einzustellen. Zwei Männer übernahmen die Wache. Nach circa einer Stunde tat sich etwas. ,, Daniel hast du den Schatten an der Wand gesehen ?´´
,, Nö, aber ich glaube ich hab´ Schritte gehört .´´ ,, Ich werde mir das mal ansehen !´´ beschloss Garry und kroch auf dem Boden in die Deckung von ein paar Felsbrocken. Sein Atem ging langsam und er meinte flüsternde Laute hinter sich zu hören. ,, Sei vorsichtig !´´ mahnte Daniel flüsternd und schaltete den Stärkeregler seines Thermostrahlers auf Maximum. ,, Wer ist da ?´´ rief Garry nervös in Richtung einiger dicht beieinander stehenden Felsbrocken. Jetzt sah er einen Dunklen Fleck, der sich über die Decke in seine Richtung bewegte. Er versuchte im Licht seines Handstrahler Umrisse auszumachen und feuerte einen Strahl quer über den Fleck, der daraufhin verschwand. Als Daniel das abfeuern des Thermostrahlers wahrgenommen hatte rannte er in Garrys Richtung, verlor jedoch das Bewusstsein, nachdem er gestolpert war und einen kräftigen Schlag auf den Hinterkopf erhalten hatte. Garry beschloss zurückzukehren, da es allein zu gefährlich war den Unbekannten weiter zu verfolgen. Auf seinem Rückweg fand er seinen Kollegen der mit zerborstenem Schädel und dem Gesicht nach unten im Staub lag.
,, Alarm !´´ schrie Garry so Laut er konnte in die Richtung seiner Kameraden, die gerade benommen erwacht waren. Ein Mediker eilte umgehend zu dem Erschlagenem und fand nach kurzem suchen einen blutbefleckten Stein, der an einer der Höhlenwände lag. Er sah auf seinen Handscanner und konnte eine schwache Reststrahlung erkennen, die darauf hinwies, das es sich um einen Raumformer gehandelt haben musste, die bei der Materialisierung geringe Mengen an Neutronen aussendeten. Er kannte jedoch das Problem, das man diese Strahlung nur nachweisen konnte, wenn sie vor wenigen Minuten zugegen war. Sie verflüchtigte sich sehr schnell. Aus diesem Grund konnte man zwar einzelne Signale der Raumformer in den Höhlen orten, aber nur wenn sie eine definierte Form annahmen und nicht als atomare Häufchen mit anderen Atomen vorübergehende Bindungen eingingen.